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Rieselt Kalk und Schutt verschoben.
Und die T�re, fest verriegelt,
Ist durch Wunderkraft entsiegelt. -
Dort! Wie f�rchterlich! Ein Riese
Steht in Faustens altem Vliese!
Seinen Blicken, seinem Winken
M�cht' ich in die Kniee sinken.
Soll ich fliehen? Soll ich stehn?
Ach, wie wird es mir ergehn!
mephistopheles
Heran, mein Freund! - Ihr hei�et Nikodemus.
famulus
Hochw�rdiger Herr! so ist mein Nam' - Oremus.
mephistopheles
Das lassen wir! +
famulus
Wie froh, da� Ihr mich kennt!
mephistopheles
Ich wei� es wohl, bejahrt und noch Student,
Bemooster Herr! Auch ein gelehrter Mann
Studiert so fort, weil er nicht anders kann.
So baut man sich ein m��ig Kartenhaus,
Der gr��te Geist baut's doch nicht v�llig aus.
Doch Euer Meister, das ist ein Beschlagner:
Wer kennt ihn nicht, den edlen Doktor Wagner,
Den Ersten jetzt in der gelehrten Welt!
Er ist's allein, der sie zusammenh�lt,
Der Weisheit t�glicher Vermehrer.
Allwi�begierige Horcher, H�rer
Versammeln sich um ihn zuhauf.
Er leuchtet einzig vom Katheder;
Die Schl�ssel �bt er wie Sankt Peter,
Das Untre so das Obre schlie�t er auf.
Wie er vor allen gl�ht und funkelt,
Kein Ruf, kein Ruhm h�lt weiter stand;
Selbst Faustus' Name wird verdunkelt,
Er ist es, der allein erfand.
famulus
Verzeiht, hochw�rdiger Herr! wenn ich Euch sage,
Wenn ich zu widersprechen wage:
Von allem dem ist nicht die Frage;
Bescheidenheit ist sein beschieden Teil.
Ins unbegreifliche Verschwinden
Des hohen Manns wei� er sich nicht zu finden;
Von dessen Wiederkunft erfleht er Trost und Heil.
Das Zimmer, wie zu Doktor Faustus' Tagen,
Noch unber�hrt seitdem er fern,
Erwartet seinen alten Herrn.
Kaum wag' ich's, mich hereinzuwagen.
Was mu� die Sternenstunde sein? -
Gem�uer scheint mir zu erbangen;
T�rpfosten bebten, Riegel sprangen,
Sonst kamt Ihr selber nicht herein.
mephistopheles
Wo hat der Mann sich hingetan?
F�hrt mich zu ihm, bringt ihn heran!
famulus
Ach! sein Verbot ist gar zu scharf,
Ich wei� nicht, ob ich's wagen darf.
Monatelang, des gro�en Werkes willen,
Lebt' er im allerstillsten Stillen.
Der zarteste gelehrter M�nner,
Er sieht aus wie ein Kohlenbrenner,
Geschw�rzt vom Ohre bis zur Nasen,
Die Augen rot vom Feuerblasen,
So lechzt er jedem Augenblick;
Geklirr der Zange gibt Musik.
mephistopheles
Sollt' er den Zutritt mir verneinen?
Ich bin der Mann, das Gl�ck ihm zu beschleunen.
Kaum hab' ich Posto hier gefa�t,
Regt sich dort hinten, mir bekannt, ein Gast.
Doch diesmal ist er von den Neusten,
Er wird sich grenzenlos erdreusten.
baccalaureus
Tor und T�re find' ich offen!
Nun, da l��t sich endlich hoffen,
Da� nicht, wie bisher, im Moder
Der Lebendige wie ein Toter
Sich verk�mmere, sich verderbe
Und am Leben selber sterbe.
Diese Mauern, diese W�nde
Neigen, senken sich zum Ende,
Und wenn wir nicht bald entweichen,
Wird uns Fall und Sturz erreichen.
Bin verwegen, wie nicht einer,
Aber weiter bringt mich keiner.
Doch was soll ich heut erfahren!
War's nicht hier, vor so viel Jahren,
Wo ich, �ngstlich und beklommen,
War als guter Fuchs gekommen?
Wo ich diesen B�rtigen traute,
Mich an ihrem Schnack erbaute?
Aus den alten B�cherkrusten
Logen sie mir, was sie wu�ten,
Was sie wu�ten, selbst nicht glaubten,
Sich und mir das Leben raubten.
Wie? - Dort hinten in der Zelle
Sitzt noch einer dunkel-helle!
Nahend seh' ich's mit Erstaunen,
Sitzt er noch im Pelz, dem braunen,
Wahrlich, wie ich ihn verlie�,
Noch geh�llt im rauhen Vlies!
Damals schien er zwar gewandt,
Als ich ihn noch nicht verstand.
Heute wird es nichts verfangen,
Frisch an ihn herangegangen!
Wenn, alter Herr, nicht Lethes tr�be Fluten
Das schiefgesenkte, kahle Haupt durchschwommen,
Seht anerkennend hier den Sch�ler kommen,
Entwachsen akademischen Ruten.
Ich find' Euch noch, wie ich Euch sah;
Ein anderer bin ich wieder da.
mephistopheles
Mich freut, da� ich Euch hergel�utet.
Ich sch�tzt' Euch damals nicht gering;
Die Raupe schon, die Chrysalide deutet
Den k�nftigen bunten Schmetterling.
Am Lockenkopf und Spitzenkragen
Empfandet Ihr ein kindliches Behagen. -
Ihr trugt wohl niemals einen Zopf? -
Heut schau' ich Euch im Schwedenkopf.
Ganz resolut und wacker seht Ihr aus;
Kommt nur nicht absolut nach Haus.
baccalaureus
Mein alter Herr! Wir sind am alten Orte;
Bedenkt jedoch erneuter Zeiten Lauf
Und sparet doppelsinnige Worte;
Wir passen nun ganz anders auf.
Ihr h�nseltet den guten treuen Jungen;
Das ist Euch ohne Kunst gelungen,
Was heutzutage niemand wagt.
mephistopheles
Wenn man der Jugend reine Wahrheit sagt,
Die gelben Schn�beln keineswegs behagt,
Sie aber hinterdrein nach Jahren
Das alles derb an eigner Haut erfahren,
Dann d�nkeln sie, es k�m' aus eignem Schopf;
Da hei�t es denn: der Meister war ein Tropf.
baccalaureus
Ein Schelm vielleicht! - denn welcher Lehrer spricht
Die Wahrheit uns direkt ins Angesicht?
Ein jeder wei� zu mehren wie zu mindern,
Bald ernst, bald heiter klug zu frommen Kindern.
mephistopheles
Zum Lernen gibt es freilich eine Zeit;
Zum Lehren seid Ihr, merk' ich, selbst bereit.
Seit manchen Monden, einigen Sonnen
Erfahrungsf�lle habt Ihr wohl gewonnen.
baccalaureus
Erfahrungswesen! Schaum und Dust!
Und mit dem Geist nicht ebenb�rtig.
Gesteht! was man von je gewu�t,
Es ist durchaus nicht wissensw�rdig.
mephistopheles
Mich deucht es l�ngst. Ich war ein Tor,
Nun komm' ich mir recht schal und albern vor.
bacc
Das freut mich sehr! Da h�r' ich doch Verstand;
Der erste Greis, den ich vern�nftig fand!
mephistopheles
Ich suchte nach verborgen-goldnem Schatze,
Und schauerliche Kohlen trug ich fort.
baccalaureus
Gesteht nur, Euer Sch�del, Eure Glatze
Ist nicht mehr wert als jene hohlen dort?
mephistopheles
Du wei�t wohl nicht, mein Freund, wie grob du bist?
baccalaureus
Im Deutschen l�gt man, wenn man h�flich ist.
mephistopheles
Hier oben wird mir Licht und Luft benommen;
Ich finde wohl bei euch ein Unterkommen?
baccalaureus
Anma�lich find' ich, da� zur schlechtsten Frist
Man etwas sein will, wo man nichts mehr ist.
Des Menschen Leben lebt im Blut, und wo
Bewegt das Blut sich wie im J�ngling so?
Das ist lebendig Blut in frischer Kraft,
Das neues Leben sich aus Leben schafft.
Da regt sich alles, da wird was getan,
Das Schwache f�llt, das T�chtige tritt heran.
Indessen wir die halbe Welt gewonnen,
Was habt Ihr denn getan? genickt, gesonnen,
Getr�umt, erwogen, Plan und immer Plan.
Gewi�! das Alter ist ein kaltes Fieber
Im Frost von grillenhafter Not.
Hat einer drei�ig Jahr vor�ber,
So ist er schon so gut wie tot.
Am besten w�r's, euch zeitig totzuschlagen.
mephistopheles
Der Teufel hat hier weiter nichts zu sagen.
bacc
Wenn ich nicht will, so darf kein Teufel sein.
mephistopheles
Der Teufel stellt dir n�chstens doch ein Bein.
baccalaureus
Dies ist der Jugend edelster Beruf!
Die Welt, sie war nicht, eh' ich sie erschuf;
Die Sonne f�hrt' ich aus dem Meer herauf;
Mit mir begann der Mond des Wechsels Lauf;
Da schm�ckte sich der Tag auf meinen Wegen,
Die Erde gr�nte, bl�hte mir entgegen.
Auf meinen Wink, in jener ersten Nacht,
Entfaltete sich aller Sterne Pracht.
Wer, au�er mir, entband euch aller Schranken
Philisterhaft einklemmender Gedanken?
Ich aber frei, wie mir's im Geiste spricht,
Verfolge froh mein innerliches Licht,
Und wandle rasch, im eigensten Entz�cken,
Das Helle vor mir, Finsternis im R�cken.
mephistopheles
Original, fahr hin in deiner Pracht! -
Wie w�rde dich die Einsicht kr�nken:
Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken,
Das nicht die Vorwelt schon gedacht? -
Doch sind wir auch mit diesem nicht gef�hrdet,
In wenig Jahren wird es anders sein:
Wenn sich der Most auch ganz absurd geb�rdet,
Es gibt zuletzt doch noch e' Wein.
[Ihr bleibt bei meinem Worte kalt,
[Euch guten Kindern la� ich's gehen;
Bedenkt: der Teufel, der ist alt,
So werdet alt, ihn zu verstehen!
Laboratorium
wagner
Die Glocke t�nt, die f�rchterliche,
Durchschauert die beru�ten Mauern.
Nicht l�nger kann das Ungewisse
Der ernstesten Erwartung dauern.
Schon hellen sich die Finsternisse;
Schon in der innersten Phiole
Ergl�ht es wie lebendige Kohle,
Ja wie der herrlichste Karfunkel,
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